Andalusien

Andalusien - 28. Oktober bis 6. November

1. Tag: 28. Oktober

Am Sonntag den 28. Oktober 2001 flogen wir von Stuttgart aus über Barcelona nach Sevilla, mit der IBERIA-Fluggesellschaft.

Die Kontrollen des Fluggepäcks durch die Anschläge vom 11. September in Amerika waren verschärft worden. Das gleiche galt für die Personenkontrollen, dadurch mussten wir frühzeitig am Flughafen sein.

Auf dem Stuttgarter Flughafen erzählte uns eine Frau die öfters nach Spanien fliegt, dass es oft Schwierigkeiten mit dem Gepäck geben würde und es manchmal später ankommen könnte, vor allen Dingen wenn man umsteigen musste. Naja wir hofften, dass dies bei uns nicht passieren würde. Während der Wartezeit bis zum Abflug erkannte Herbert die Flippers die anscheinend von einer Reise zurück kamen.

Der Flug verlief gut, obwohl ja die Flugangst nach den Vorfällen von Amerika irgendwie mitflog. Mulmig war es mir, ob wir in der kurzen Umsteigezeit uns in Barcelona zurecht fnden würden. Ohne Schwierigkeiten fanden wir dort das Abflug-Gate nach Sevilla. Dieser Flug dauerte ca. 1 Stunde in einem vollbesetzten Flugzeug.

In Sevilla nahmen wir unser Gepäck entgegen denn wir wollten so schnell wie möglich das Mietauto übernehmen. Wir hatten eine längere Autofahrt noch vor uns und es war schon Abend. Leider erwartete uns kein Mann in einem blauen Hemd, wie angekündigt. Wir fragten alle Männer die ein blaues Hemd trugen, das war schwierig bei unseren Sprachkenntnissen. Der Flughafen leerte sich zusehens und wir waren nun fast alleine. Bei der Flughafenauskunft versuchte ich es dann mit ein wenig englisch der Dame zu erklären, dass wir auf das Mietauto warteten und wir nicht wissen wo wir es bekommen können. Herbert war schon ganz aufgeregt. Die Dame telefonierte für uns und erklärte dann, dass drei Schalter weiter schon längst jemand auf uns warten würde. Der Name dieser Mietwagengesellschaft war ein ganz anderer als auf unserem Zettel. Erleichtert und aufatmend hofften wir auf eine schnelle Übernahme. Zwischenzeitlich war es schon recht dunkel geworden. Uns wurde ein Golf Diesel zugeteilt. Bei der Überprüfung der Lichter funktionierte das rechte Rücklicht nicht und die Dame wusste auch nicht was sie nun machen sollte. Wir bestanden auf ein anderes Auto denn drei Autostunden Fahrt lagen noch mind. vor uns. Nun musste der ganze Papierkram neu gemacht werden, ich stand so lange mit unserem Gepäck in der Tiefgarage wie bestellt und nicht abgeholt. Einen Opel Corsa bekamen wir dann und die Fahrt konnte - mit 1 Std. Verspätung und 231 km vor uns - endlich ins Unbekannte beginnen.

Die Autofahrt führte uns von Sevilla über die Autobahn nach Jerez, dort zweigten wir auf der Landstraße in Richtung Medina Sidonia ab. Gesehen haben wir nichts wir mussten uns voll auf die Straße und den Verkehr konzentrieren denn alles war so stock dunkel. Wir merkten nur, dass überall die Straße neu gebaut werden sollte. Von Medina aus hielten wir uns in Richtung Algeciras das liegt schon am Mittelmeer in unmittelbarer Nähe von Gibraltar. Die km Beschränkung, meist waren es 40 km/h, beachtete Herbert fast nie, er wollte nicht zu spät ankommen. Wir hatten gehofft um 22.00 Uhr am Ziel zu sein. Von Estacion de S. Roque fuhren wir in Richtung Jimena - unserem Ziel - es ist ca. 30 km vom Meer entfernt. Bei einer Tankstelle erkundigten wir uns nach dem Quartier. Der Tankwart schickte uns ca. 200 m zurück, dort würde ein Weg abzweigen und über einen Bach führen. Den Weg fanden wir dann auch gut, nur bezweifelte ich ob es der Richtige wäre und ob Herbert dies richtig verstandenhätte. Herbert fuhr einfach zu!! Große Steine, der Weg wurde immer schlechter, dann durch ein kleines Wäldchen, durch eine Bachfurte (bei Regen nicht zu überqueren), plötzlich ein Bahnübergang ohne jegliche Sicht ob ein Zug kommt. Mich hat es nur so durchgeschüttelt und ich zweifelte immer mehr ob wir nicht irgendwann in der Pampa bei Nacht stehen bleiben würden. Doch plötzlich zu meiner Freude ein Hinweißschild "Rancho Los Lobos". An einem großen Hoftor wurden wir eingelassen und von Esther, Wolf und den Hunden begrüßt. Mit Freude stellten wir fest, dass man hier deutsch sprach. Wolf ist Österreicher und Esther ist eine Schweizerin. Zwischenzeitlich war es 22.15 Uhr, wir hatten die Zeit gut hereingefahren. Esther zeigte uns das ganze Anwesen und unser kleines aber gemütliches Zimmer. Wir bekamen sogar noch ein warmes Abendessen das wir gerne noch zu uns nahmen, hatten wir doch nur das kleine Mittagessen im Flugzeug gehabt. Während des Essens sah ich einen Gecko an der Wand entlang laufen. Für mich war es ganz was neues und es war mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken, solches Getier könnte auch in unserem Zimmer sich aufhalten. Wir redeten noch zusammen und dann gingen wir müde in unser Zimmer um zu schlafen. Herbert habe ich erst im Zimmer von dem Gecko erzählt und meine Befürchtungen geäußert, er beruhigte mich, aber einschlafen konnte ich trotz meiner Müdigkeit bei dem Gedanken an den Gecko doch nicht gleich, zudem hatten wir wieder einmal das Glück in getrennten Betten schlafen zu müssen. Also keine Hand für den Notfall zum Greifen!!!

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