Naturschätze der Provence

Reisebericht Camargue Provence - 21. April - 1. Mai

Montag, 21. April (765 km)

Am Ostermontag fuhren wir noch ohne Olaf erwartungsvoll und gut gelaunt um 8:00 Uhr vom Karlsplatz in Freiburg los. Ein kurzer Umweg durch St.Georgen, um eine vergessene Brille zu holen, dann ging es auf die Autobahn Richtung Süden und über den Rhein nach Frankreich. Die erste Pause gab es nach 2 Stunden an der Raststätte bei Besancon; wir fuhren vor dem Jura entlang, durch die Bresse und östlich an Lyon vorbei das Rhonetal hinunter. Das Wetter war schön und um 14:00 Uhr war uns eine Dreiviertelstunde Mittagspause in der Raststätte St. Rambert d'Albon vergönnt. Weiter nach Süden ging es, immer entlang der Rhone, vorbei an Atomkraftwerken, Zypressen und blühenden Judasbäumen, schroffen Kalkfelsen der Voralpen und abgerundeten Bergformen.

In der Nähe des Pont du Gard nochmals eine kurze Pause, dann fuhren wir an Nimes vorbei und schließlich ca. 17:00 Uhr von der Autobahn herunter, zuerst in Richtung Aigues Mortes, dann Richtung Les-Saintes-Maries-de-la-Mer. Nach kurzer Suchfahrt fanden wir ca. 7 km von Sts-Maries-de-la-Mer entfernt unser Hotel "Le petit Mas des Barres" in Pioch Badet, wo uns Olaf bereits erwartete. Wir bezogen die Zimmer, freuten uns über die Schwalben, die mit dem Nestbau begannen, und dann wurde zunächst die unmittelbare Hotelumgebung erkundet bei herrlichem Licht. Das Hotel liegt zwar nahe der vielbefahrenen Straße D570, aber trotzdem mitten in der Natur.

Zum Abendessen gab es Knoblauchbrot, Fischsuppe, Fisch mit Reis und ein Dessert. Madame, etwas schrill und immer viel Wirbel verbreitend, hieß Chou, er Jean-Pierre, genannt Cherie. War das Trinkverhalten am ersten Abend noch recht zurückhaltend, so fand doch an den anderen Abenden einjeder seinen bevorzugten Wein, ob rot oder rosé, ob Sonntag oder Wochentag.

Draußen leuchtete der Sternenhimmel, und bei Nachtigallengesang und Froschkonzert von den Teichen hinter dem Hotel schliefen wir ein.

Dienstag, 22. April (88 km)

Nach dem typischen französischen Frühstück mit einem Stück Baguette, einem Croissant, etwas Butter und Marmelade ging es um 9:00 Uhr los zum Vogelpark Pont de Gau.

Es war erst noch etwas diesig, dann kam die Sonne heraus. Neben Käfigvögeln, die wir aber ignorierten, gab es Flamingos, Seidenreiher, Nutrias und vieles anderes zu sehen, und endlich hatten wir auch heraus bekommen, wer dieser Vogel mit dem lauten plötzlich einsetzenden Gesang ist, an dem wir auch schon am Vortag nach unseren Ankunft herumgerätselt hatten. Es war der Seidensänger, der uns dann all die Tage mit seinem "zicke-zicke" begleiten sollte.

Weiter nach Sts-Maries-de-la-Mer, dort eingekauft und einen Parkplatz am Strand gesucht, aber keinen gefunden. Deshalb sind wir weitergefahren und haben irgendwo östlich der kleinen Rhone mitten in Pferde-Weiden entlang eines Zaunes in einer verbotenen Einfahrt Picknick gemacht. Dann fuhren wir im bif-Modus (=beobachtungsintensives Fahren) eine Runde nördlich des Etang de Vaccares, wo unter Wasser gesetzte Reisfelder bei Sonne und Wind interessante Beobachtungen ermöglichten. Weißbart- und Lachseeschwalbe, Limikolen, bei denen wir uns schließlich auf Waldwasserläufer und Rotschenkel einigten und ein Rallenreiher beim Froschessen.

Das Abendessen mit Salat, Stier, etwas Gemüse und Pfeffersauce zog sich sehr in die Länge, danach ergab die erste Vogellistensitzung 50 Arten. Als besonderer nächtlicher Höhepunkt bot sich der Sternenhimmel an. Im Spektiv konnten wir Jupiter mit seinen vier großen Monden und Saturn mit seinem Ring gut erkennen.

Mittwoch, 23. April (307 km)

Nach dem Frühstück ging es wieder um 9:00 Uhr los über Arles, den Alpilles entlang, durch St-Remy-de-Provence und Cavaillon in den Luberon. Fast zwei Stunden dauerte die Fahrt bis Gordes, wo wir eine halbe Stunde Zeit hatten. Auf schmaler Straße mit kurzem Halt bei der Abbaye des Senaques fuhren wir weiter. Das von Zisterziensern in einem stillen Tal gegründete Kloster war nur von außen zu besichtigen. Es ging weiter auf einer wunderschönen Strecke mit Schlüsselblumen am Straßenrand und einem Schlangenadler in der Luft. Über den Col de Murs (627 m) erreichten wir gegen 13:30 Uhr Roussillon, wo wir endlich auch Brot kaufen konnten. Nach dem Picknick mit Blick auf einen der schönsten Orte Frankreichs wanderten wir durch die Ockerbrüche, die uns mit ihrem Farbenspiel von Rot nach Gelb und Braun zwischen dem Grün der Kiefern sehr beeindruckten. Aber wir hatten noch nicht genug von Ockerbrüchen, ca. um 16:00 Uhr waren wir am Colorado de Rustrel, wo wir die Cheminee des Fees und die Sahara besuchten. Um 17:35 Uhr machten wir uns auf die Rückfahrt über Apt, auf der einzigen Nord-Süd-Verbindung quer durch den Luberon, über Cadenet, Rognes und Arles nach Pioch Badet, wo wir schließlich um 19:55 Uhr ankamen. Gleich gab es Abendessen mit Fischspieß und einer Art Lasagne.

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